Vom Wolf zum Hund

Die Entwicklungsgeschichte war bis vor einiger Zeit noch strittig, ob der Urvater des Hundes wohl ein Goldschakal, ein Kojote oder ein Wolf war, so ist dies, nicht zuletzt durch die Forschungsarbeiten an der Universität Kiel, geklärt worden. Es wurden Kreuzungsversuche mit Pudeln durchgeführt. Dabei stellte sich schnell heraus, dass Ver-paarungen zwischen Pudel und Wolf (sog. Puwos) Nachkommen ergaben, die vom Ver-halten und äußeren unseren Haushunden sehr stark ähnelten.

Weitere Indizien für den Wolf sind, dass in der Natur nur Verpaarungen zwischen Wolf und Hund, nicht aber zwischen Wolf und Schakal als gesichert gelten können. Auch weisen Ergebnisse von DNA – Tests auf den Wolf hin. Auch die Tatsache, dass die Gehirnmasse von domestizierten Tieren kleiner als die ihrer wildlebenden Vorfahren ist, spricht für den Wolf. Denn sowohl Schakal als auch Kojote sind deutlich kleiner als die des Wolfes. Auch das Ausdrucksverhalten von Hund und Wolf sind sich ähnlicher, als das zwischen Hund und Schakal oder Kojote.

Nach heutigen Erkenntnissen begann die Domestizierung des Wolfes vor etwa 14.000 Jahren. Wie die Eingliederung des wildlebenden Wolfes (canis lupus) in menschliche Verbände vor sich ging, ist nicht genau geklärt. Vermutlich haben sich einige Tiere von Abfällen menschlicher Nahrung ernährt und sind so erstmals in Berührung mit dem Menschen gekommen. Weniger aggressive Tiere könnten eines Tages den direkten Kontakt gesucht haben, um besser an die leichte Beute Abfall heranzukommen.
Manche Fachleute glauben, dass der Mensch bewusst Jungtiere aufnahm, um sich bestimmte Eigenschaften der Wölfe zu Nutzen zu machen: Die Unterordnung unter ein Leittier, das gemeinsame Jagdverhalten und der Beschützerinstinkt gegenüber dem Rudel hatten den damaligen Menschen wahrscheinlich angeregt, besonders freundliche Tiere in den Familienverband einzugliedern.

Später folgte die bewusste Aussonderung und Vermehrung von Tieren mit speziellen Eigenschaften. Die Zucht entwickelte sich: Jagdhunde, Hütehunde, Kampfhunde oder Hunde mit reinem, dem jeweiligen modischen Geschmack angepassten, Schönheitswert wurden gezüchtet. Obwohl unsere Haushunde mit dem Wolf genetisch nahezu identisch sind, entstanden viele verschiedene Rassen mit großer Formenvielfalt. Die Hirnmasse des Haushundes ist allerdings um ein Viertel geschrumpft. Dazu führte vermutlich die mangelnde Jagdaktivität und der Schutz durch den Menschen.


 

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